Durch viele Spenden war der 14-tägige Aufenthalt mit professioneller Delfin-Therapie auf Curacao für den sechsjährigen Manuel Preißer aus Schönberg möglich geworden. Manuel machte dabei enorme Fortschritte.
Seit Geburt leidet Manuel an einer unheilbaren tuberösen Sklerose im Gehirn. Die ehemalige Leiterin des Schönberger Kindergartens, Edith Flauger, machte seine Eltern Alexandra und Albert auf die Delfin-Therapie aufmerksam, welche die amerikanische Organisation »Dolphin-aid« anbiete. Allerdings kostet eine Behandlung mindestens 10 000 Euro, ohne Erfolgsgarantie.
Ein Erfolg war auf jeden Fall die Spendenaktion, an der sich Einzelpersonen, Firmen und die verschiedensten Organisationen auch aus den Nachbarlandkreisen Regen, Deggendorf und Passau beteiligten.
Jetzt war es soweit! Manuel, seine Eltern und Schwester Stefanie flogen nach Curacao. Die dortige Therapie-Organisation veranstaltete einen »Kennenlern-Tag« für die vielen Familien mit ihren Problemkindern und eine Inselrundfahrt. Dann wurde es ernst. Die Therapeutin Nicole Lämmermann, die Manuels Krankheitsbild anhand der Unterlagen eingehend studiert hatte, bereitete ihn im Therapieraum und auf dem Dock mit Konzentration steigernden Maßnahmen auf seine erste Begegnung mit Delfin »GeeGee« vor.
Der erste Kontakt mit dem zweieinhalb Meter großen Tier war für Manuel ein großes Erlebnis. Sein anfängliches Misstrauen wich schnell und er baute eine richtige Freundschaft zu »GeeGee« auf. Und genau das macht die vor über 25 Jahren von dem amerikanischen Psychologen und Verhaltensforscher Dr. David Nathanson entwickelte Therapie aus.
Sie basiert darauf, dass Delfine als überaus neugierige Tiere auch dazu fähig sind, äußerst sensibel auf behinderte Menschen zu reagieren. Gemeinsam mit dem Wasser als Stresslöser wirkt der Kontakt zu den Meeressäugern für die Kinder sehr beruhigend. Sie erkennen die Besonderheit der kleinen Patienten und nähern sich ihnen auf zärtlich-spielerische Weise. Die Kinder gewinnen Selbstvertrauen und können Impulse der Außenwelt besser aufnehmen.
»Es ist faszinierend, wie die Therapeuten dort geschult sind«, erzählen Manuels Eltern tief beeindruckt. Von Tag zu Tag machte es ihrem kleinen Sohn mehr Spaß und Freude, die drei- bis vierstündige Therapie mitzumachen. Am letzten Tag durften dann auch die Eltern und Schwester Stefanie zum Delfin ins Wasser. Hier nahmen sie die Faszination persönlich wahr, die von diesem großen Tier ausgeht. »Für mich wirkte der Delfin wie ein Magnet«, erzählt Alexandra Preißer. Die Familie ist überglücklich mit den erstaunlichen Ergebnissen dieser Reise. Manuel ist seither wesentlich konzentrierter und kann sich endlich auch für eine längere Zeit mit einer Sache befassen. Vorher war er meist sehr quengelig, auch das ist fast verschwunden. Für seinen Schulbeginn im September an der Grafenauer Don-Bosco-Schule ergaben sich einige wichtige Erfolge. Äußerst überraschend für seine Logopädin ist, dass der Sechsjährige jetzt meist ganze Sätze spricht, während er sich vorher höchstens mit Satz- und Wortfetzen begnügte. Manuel kann sich sogar die Schuhe selbst anziehen und braucht tagsüber keine Windeln mehr.
Aber nicht nur Manuel hat auf Curacao viel gelernt, sondern auch seine Eltern. Sie stellten fest, dass sie selbst konsequenter sein müssen, damit sich ihr Sohn weiter entwickeln könne. »Wir möchten uns auf diesem Wege ganz herzlich bei allen Spendern bedanken. Der große Erfolg dieser Therapie wurde dadurch erst möglich. Wir möchten gerne daran anknüpfen und haben uns deshalb für das Jahr 2010 zu einer weiteren Therapie angemeldet. Manuel wird es brauchen«, sagen Alexandra und Albert Preißer.